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No milk today? Mein erster Erfahrungsbericht nach dem kiweno-Nahrungsmittelunverträglichkeitstest

30 Mar 2016, Posted by Ally in Blog
Alternativen zu Milch nach kiweno Nahrungsmittelunverträglichkeitstest: Soja, Reis-Kokosnussmilch und Haselnussmilch

Ohje, jetzt bin ich auch in die Fänge der Superfoodunverträglichkeitshealthylivingselbstoptimierungsfitness-Mafia geraten. 😀

Als mich eine Kollegin gefragt hat, ob ich beim vergünstigten Dreierpack des kiweno Nahrungsmittelunverträglichkeitstests dabei wäre, hab ich nicht lange nachgedacht, weil ich neugierig war, was dabei rauskommen würde. Dann kostet der Spaß 90 statt 99 Euro. Getestet werden bei der normalen Variante die Proteine in Nahrungsmitteln, den Histamintest gibt’s extra – was ich eigentlich ziemlich doof finde. Den werde ich also nachholen, ebenso den für Fruktose im Allergiezentrum (den hab ich schon), weil Atemluft kann man schlecht mit der Post schicken. 😉

Meine Unverträglichkeiten was die Proteine betrifft halten sich in Grenzen: Pro Lebensmittelkategorie sind es 1-3, die ich nicht ständig essen darf. Außer bei Milch, da hab ich einen Strike gelandet: Sowohl Molkeneiweiß von Kuh, Schaf, Ziege und Stute, als auch Kasein. Heißt: Keine Milch oder Milchprodukte, kein Käse, kein gar nichts. Es ist echt ein Drama, weil ich liebe Käse, Müsli mit Naturjoghurt und Sauerrahm. Selbiges gilt für Eier: Liebe ich, darf ich aber nicht. Theoretisch dürfte ich eh alle 3-4 Tage etwas davon essen, aber kiweno geht erstens gar nicht darauf ein, was „in geringen Mengen“ für jedes Nahrungsmittel heißt, zweitens bin ich motiviert, es mal voll durchzuziehen. (Diese mangelnde Mengenangaben sind übrigens einer meiner zwei großen Kritikpunkte an der Präsentation der Ergebnisse. Der andere ist nämlich die Darstellung: Man kanns nicht gscheit ausdrucken und jedes Lebensmittel hat zwar einen Permalink, aber an den kommt man nicht mit Rechtsklickmenü ran. Und wenn man zur Gesamtliste zurückkehrt, muss man sie erneut aufklappen.)

Ich wollte also wissen, wie es mir geht wenn ich auf das alles verzichte. Und mir dann überlegen, ob es mir den Verzicht wert ist. Aber erst einmal hieß es für mich:

Alltag ohne Milch

Ich habe früher oft Fleisch durch Käse ersetzt, weil ich mir dachte, es wäre nachhaltiger. Also Gemüse mit gebratenem Halloumi statt Putenbrust, Salat mit Ziegenkäse statt Backhendlstreifen, und natürlich alles mögliche mit Käse Überbackene – weil einfach gut. Feta oder Mozzarella sind bei uns auch einmal pro Woche am Speiseplan, im Sommer wohl noch öfter. Außerdem kamen in viele Saucen und Suppen Schlag oder Sauerrahm rein und mein Frühstück im Büro bestand entweder aus einem Weckerl vom Bäcker, wo zumindest eine Frischkäseschicht drin war, oder einem Müsli mit einem großen Berg Obst.

Seither hab ich also alles mögliche ausprobiert, was so in den „Veganismus-Herrgottswinkeln“ :-p der Supermärkte rumsteht. (Tofu hab ich in der asiatischen Küche immer schon verwendet, aber nie als Ersatz für Fleisch, sondern einfach so.)

Kaffee mit Haselnussmilch. Weil Sojamilch grauenhaft ist.

Weil ich Espresso mit Zucker, anderen Kaffee aber lieber mit Milch trinke, musste ich auch hier ausweichen. Soja ist grauslich, Kokosmilch passt nicht, Hafermilch wäre eine Option. Aber da hatte ich schon die Haselnussmilch und die passt gut.

Kokosmilch statt Joghurt

Mandeln soll ich auch nicht dauernd essen, daher hab ich Mandelmilch außen vor gelassen. Als bester Ersatz fürs Naturjoghurt für mein Müsli hat sich Kokosmilch erwiesen. Nicht die dickflüssige zum Kochen, sondern die mit Reismilch gemischte aus dem Reform-Regal. Mein Favorit ist die „Kokos original“ mit Reis von Alpro – die könnt ich glasweise trinken. Die ist leicht süß, sehr kokosnussig ohne Nachgeschmack und hat nebstbei, falls es wen interessiert nur 1/3 der Kalorien von Vollmilch.

Gott erhalts, das Schmalz!

Bei einigen Gerichten haben wir erfolgreich das Ghee (Butterschmalz) durch Schweineschmalz ersetzt – je kräftiger die Würzung des Gerichts, desto stärker tritt der Eigengeschmack in den Hintergrund. Eh logisch, aber im Detail muss man’s dann halt selbst ausprobieren. 😉

Analogkäse

Zu meinem großen Erstauen fand ich den veganen Käse von Wilmersburger eigentlich ok. Er schmilzt auch gut. Aber von natürlichen Lebensmitteln sind wir hier ja leider weit weg. Er scheint auch nicht zu verderben – sehr verdächtig! 😀

Sojacreme statt Schlag

In einem halbwegs normal gewürzten Essen fällt die Sojacreme nicht auf.

Statt Schlagobers würde ich geschlagene Kokosmilch (die dicke aus der Dose, die dünne Flüssigkeit abseihen) nehmen.

Vegan backen

Erste Versuche sind geglückt, z.B. die Kokos-Muffins.

Fazit nach (mittlerweile) ein paar Wochen

Was auf jeden Fall gesagt werden muss: Ersatzprodukte sind SAUTEUER. Die Pflanzenmilchsorten sind 1-2x so teuer wie Bio Heumilch. Und man bekommt eigentlich nur Literpackungen, daher ist mir gelegentlich eine schlecht geworden. Mit Aktionen wie #armeleuteessen von Biorama (auch hier könnte noch ein Blogpost folgen) braucht man da gar nicht anfangen.

Ich war zwei bis drei Wochen sehr streng mit dem Weglassen der unverträglichen Nahrungsmittel. Im Gegensatz zur Fruktose (auch kürzlich getestet; Blogpost folgt) merke ich allerdings keinerlei Unterschied in meinem Wohlbefinden.

Im Gegenteil: Auf Käse, Eier, Champignons und Avocados zu verzichten ist reine Schikane. Der Härtetest in Sachen Eierkonsum war freilich Ostern und ich hab nichts Negatives zu berichten. Also werde ich wohl die Dinge, auf die ich ungern verzichte, wieder in meinen Speiseplan einbauen.

Nachsatz: Kiweno – bitte was?

kiweno muss noch SEHR an seinem Ruf arbeiten. JedeR Ärztin/Arzt, die Leute im Allergiezentrum West und sogar meine Physiotherapeutin meinten „Wollen Sie einen richtigen Test auch noch machen?“ oder sogar „Ich flehe Sie an, Frau Magister, machen Sie noch einen schulmedizinischen Test, sonst machen Sie sich nur selbst das Leben schwer!“.

Dabei ist der Test nach dem ELISA-Verfahren (Test auf Antikörper im Blut) natürlich ein standardisierter Test – aber das wusste ich natürlich nicht auswendig und die oben genannten hatten noch nie was von kiweno gehört. Aber vielleicht ändert sich das jetzt, weil kiweno bei 2 Minuten 2 Millionen groß abgesahnt (sojacremt?) hat. 😉

[Edit] PS: Der Test samt Startup ist wohl nicht unumstritten, gscheit formulierte Gedanken zum kiweno Hype könnt Ihr in Gregors Blogbeitrag lesen.

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